Soziale Verantwortung von Unternehmen und tägliche Praxis
SVU-Interview mit A. van Diem
'Das Geld, das ich verdiene, stecke ich in die Entwicklung der Umwelt', sagt
Arnout van Diem, Geschäftsführer von BioSoil. Seit 1993 ist
Arnout van Diem bereits Geschäftsführer des Unternehmens. Die in der Aufbereitung verunreinigter Böden steckenden geschäftlichen Möglichkeiten erkannte er bereits früh. Über das Kerngeschäft 'biologischer Abbauprozesse' geriet er recht schnell in Kontakt mit umweltfreundlichen Techniken. Innerhalb kurzer Zeit war Diem davon überzeugt, dass er mit Bodensanierung einen, sprich seinen Beitrag, zu einer besseren Welt leisten könnte. In den Anfangsjahren von BioSoil wurden vier Grossauträge durchgeführt. Auftraggeber waren 'Leute, die an BioSoil glaubten' und die innerhalb eines Jahres gute Referenzen wurden. Dazu ein Beispiel: vor einigen Jahren begann die Zusammenarbeit von BioSoil und einer Ölhandelsfirma. Auf der Grundlage von Gebrauchtmaterialien baute BioSoil eine ausgezeichnet funktionierende Anlage. Zusammen mit anderen Aufträgen markierte dies für BioSoil den Durchbruch. Mittlerweile beschäftigt BioSoil mehr als 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen'. Nach Ansicht von
Arnout van Diem ist jetzt der Zeitpunkt für Erneuerung gekommen: 'Wir dürfen jetzt nicht auf der Grundlage des ursprünglichen Konzepts gewissermaßen Bestandssicherung betreiben, sondern brauchen ein neues Leitbild.'
Die Zukunft gehört BioSoil International
Nach Auffassung von
Arnout van Diem ist BioSoil in der Lage, Nachhaltigkeitsprobleme weltweit zu beheben. Von diesem Standpunkt aus ist es nur ein kleiner Schritt zur sozialen Verantwortung von Unternehmen. Soziale Verantwortung von Unternehmen (SVU) meint die bewusst langfristige Ausrichtung unternehmerischen Handelns sowie die Wertschöpfung durch wirtschaftlichen Ertrag (
profit), die darin gründenden Folgen für Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens (
people) sowie die Wirkungen dieses Handelns auf den natürlichen Lebensraum (
planet). Jedes dieser drei P wird innerhalb des SVU-Profils von BioSoil individuell mit Leben gefüllt.
People
'Wir versuchen, mit unserer Belegschaft einen kontinuierlichen Neuerungsprozess anzustoßen', erläutert Arnout van Diem. Als Spitzenanbieter braucht man Knowhow und Fachkompetenz. Folglich versucht er, für jeden einzelnen Belegschaftsangehörigen genau das richtige Aufgabenpaket zu schnüren. Jeder einzelne braucht auch seinen eigenen Verantwortungsbereich. Dabei setzt van Diem auch auf die Bereitschaft jedes einzelnen, sich für Belange der Allgemeinheit einzusetzen. Teamgeist ist dabei eine unverzichtbare Größe.
Arnout van Diem bekennt freimütig: 'Bis vor habe ich nie nachgehalten, wer welche freien Tage hat. Jetzt, wo wir wachsen, wird die Notwendigkeit dessen größer.' Das Betriebsklima ist entspannt und zwanglos. Während der Mittagspause finden häufig Tischtennis- oder auch Billardpartien statt. Die Belegschaft hat eine flexible Arbeitszeitordnung und zweimal im Jahr gibt es einen Betriebsausflug. Aus Anlass des 10-jährigen Firmenjubiläums war die komplette Belegschaft mitsamt Familien für eine Woche in der Türkei. Alle zwei Monate gibt es eine Belegschaftsversammlung mit gemeinsamem Essen. Vielfach arbeiten bei BioSoil auch Praktikant(inn)en und Hochschulabsolvent(inn)en, die ganz selbstverständlich in die Unternehmenskultur einbezogen werden.
Investition in nachhaltige Entwicklung
Arnout van Diem stellt unmissverständlich klar, dass er regelmäßig zusätzliche Finanzmittel in Untersuchungen zu neuen nachhaltigen Entwicklungen von BioSoil steckt. Zurzeit leistet BioSoil außerdem noch einen finanziellen Beitrag für ein Projekt mit Namen Dorcas: Es geht um die Förderung der ortsansässigen Wirtschaft bei lokalen Bauprojekten (
www.dorcas.nl ). Mit Blick auf die Wissensvermittlung im Schulbereich suchte
Arnout van Diem in der Provinz Gelderland erfolgreich die Zusammenarbeit mit der Stiftung Somnet (einer im Bereich Schule und Umweltprojekten tätigen Einrichtung). Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde das Stichwort 'Boden' zum Lehrstoff an den Schulen (
www.somnet.nl ).
Planet
Als BioSoil vor einigen Jahren ein neues Domizil suchte, fiel die Entscheidung zugunsten des Erwerbs eines kostengünstigen Bürohauses in Oosterhout. Der niedrige Preis dieses Gebäudes hatte einen Grund: das darunter befindliche Erdreich war schwer verunreinigt. Für BioSoil irgendwie auch ideal, denn auf diese Weise konnte BioSoil sich am eigenen Gebäude fachlich und technisch bewähren. Für AFS Schiphol fand BioSoil eine Kombi-Lösung für Kerosindämpfe und Schlämme. Ein klassisches Beispiels für eine win-win Situation. Die Nachhaltigkeitsaspekte dieser Methode gründen u.a. im Bau von Dampfrückführungssystemen, der Wiederverwendung von Schlämmen, dem Wiederholungsfaktor des Konzepts sowie im Wirkungsgrad sowohl der Methode, als auch dem dadurch bewirkten Zusatznutzen für die Umwelt.
Auszeichnungen und Preise
Dank der von BioSoil konsequent nachhaltigkeitsorientiert entwickelten Bodensanierungslösungen und umweltbezogenen Investitionen erhielt das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren für zahlreiche Projekte Auszeichnungen und Preise. In den letzten fünf Jahren waren dies:
2001 Unternehmerpreis der IHK (
KvK) Drechtsteden
2001 2002 Moderne Producent (
Moderner Hersteller)
2002 2003 Finalist Entrepeneur of the Year 2003
2004 Nominierung für den EEP (European Environmental Press) Award 2004
2005 Global Eco Tech 100 Award Japan
Spitzenanbieter
Gewissermaßen als Sahnehäubchen erhielt BioSoil ein Schreiben des niederländischen Ministeriums für Wohnungswesen, Raumordnung und Umwelt. Darin wurde BioSoil die Anerkennung als Spitzenanbieter bescheinigt!
Prioritäten
Innerhalb des Unternehmens arbeitet BioSoil auf allen Ebenen der Firma mit drei Prioritätsvorgaben:
1. Energieeinsparung (grüner Strom, Energiesparleuchten, Isolierung)
2. Recycling (recycelt werden in jedem Fall Kunststoffe und Papier)
3. Einschränkung des Kraftstoffverbrauchs (das Unternehmen erstrebt die Umrüstung des Fuhrparks auf Erdgas)
Profit
Grundsätzlich steckt BioSoil erzielte 'Gewinnüberschüsse' in die Entwicklung weiterer umweltverbessernder Lösungen. 'Geld muss investiert werden. Nur so zieht man aus den Projekten wahren Profit', erläutert Arnout van Diem. 'Im Grunde dürfte man um die soziale Verantwortung von Unternehmen gar kein Aufheben machen', sagt Arnout van Diem. 'Die soziale Verantwortung von Unternehmen spielt im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen eine wesentlich größere Rolle als in größeren Unternehmen.' Nach Ansicht von
Arnout van Diem stellen die größeren Unternehmen eben auch das Problem dar. Die von den (meist börsennotierten) Großunternehmen entwickelte Strategie lässt sich auf Grund der innerhalb des Unternehmens agierenden 'Kleingruppen' vielfach gar nicht realisieren. Manager denken in kurzfristigen Lösungen und nicht in Langzeitentwicklungen. BioSoil denkt und handelt dagegen mit Langzeitperspektive. BioSoil verfügt mittlerweile über eine eigene F&E-Abteilung.
Zukunftsorientierung mit sozialer Verantwortung der Unternehmen
Das Zukunftsleitbild von BioSoil in Sachen sozialer Verantwortung des Unternehmens zielt auch auf die Festigung und Sicherung der eigenen Stellung im Bereich nachhaltiger Bodensanierungen. BioSoil ist wachstumsorientiert. Die Zielrichtung heißt BioSoil International. Für dieses Ziel werden Manager aus aller Welt gesucht. Der Austausch und die Entwicklung von Wissen und Know-how. Je größer die Wissensfülle, um so größer das Lösungsspektrum. Auch in zehn Jahren möchte
Arnout van Diem immer noch Lösungen prüfen und im Sinne der Umwelt realisieren!